Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich schaue mich in meiner Eigenschaft als Chefredakteurin natürlich immer besonders kritisch um, wenn ich zum Arzt gehe. Letzte Woche war ich einmal positiv überrascht: In der Praxis war der „Bär los“, wie man so schön sagt. Vor mir eine lange Schlange von Patienten, die nach und nach von den zwei Kolleginnen am Empfang aufgenommen wurden. Ich befürchtete schon eine längere Wartezeit und war dann überrascht, wie schnell es ging, bis ich dran war, um mich vorzustellen. Und noch während ich meine Garderobe ablegte, überlegte ich, warum das eben so schnell ging und trotz der vielen Leute so ruhig ablief.

Des Rätsels Lösung: Es war gar kein Telefon am Empfang. Die Telefonzentrale war separat in einem kleinen Büro nebenan. Das ist sicherlich nicht in jeder Praxis realisierbar, wenn aber doch, ist es eine sehr patientenfreundliche Lösung. Sollte es organisatorisch oder räumlich nicht möglich sein, Empfang und Telefon zu trennen, empfehle ich, in den Hauptzeiten wenigstens zwei Kolleginnen am Empfang zu haben. Dann kann eine im Fall eines Anrufs das Telefon bedienen und die andere sich in Ruhe den Patienten widmen.

Viele gute Ideen für die perfekte Praxisorganisation im Sinne der Patienten und des Teams wünscht    

Ihre Heidrun Polegek

Chefredakteurin Arzthelferin Exklusiv 

Patientenkommunikation und -information

Verbessern Sie Ihre Erstkontakte durch einen Patientenbrief

Der erste Kontakt zu Patienten ist oft durch viele – lästige – organisatorische Dinge geprägt. Dabei ist es gerade in dieser frühen Phase wichtig, dem Patienten zu zeigen, wie modern und gut Ihre Praxis organisiert ist. Mit einem Patientenbrief beweisen Sie Ihre Kompetenz.

Aber so sieht es in den meisten Arztpraxen aus: Das Telefon ist im Arbeitsalltag ein echter Zeiträuber. Besonders wenn neue Patienten zum ersten Mal anrufen, dauern die Gespräche oft sehr lange.

Das ist ein schwieriger Spagat: Einerseits wollen Sie neue Patienten gut beraten und für Ihre Praxis gewinnen, andererseits warten da all diese anderen Patienten und Aufgaben.

Die meisten Fragen, die neue Patienten an Sie haben, wiederholen sich. Sie können diese Fragen jedes Mal wieder am Telefon geduldig und freundlich beantworten:
  • Worauf genau ist Ihre Praxis spezialisiert?
  • Was muss ich an Unterlagen mitbringen?
  • Muss ich nüchtern erscheinen?
  • Wo genau ist denn Ihre Praxis?
  • Wie lange wird die Untersuchung denn dauern? …

Sie können sich aber auch organisatorisch entlasten und einen Erstpatienten-Brief erstellen. Stellen Sie dazu folgende Unterlagen zusammen:
  • Informationen über Ihre Praxis, die Ärzte und die Sprechstunden bzw. Öffnungszeiten.
  • Eine Wegbeschreibung bzw. Anfahrtsskizze.
  • Mitzubringende Unterlagen.
  • Informationen über Standard­untersuchungen: Vorgehen, Dauer, Voraussetzungen.
Beim nächsten Erstpatienten-Anruf antworten Sie auf die erste der typischen Fragen: „Ich habe alle Informationen für Sie in einem Patientenbrief zusammengestellt, den ich gleich heute an Sie rausschicke. Geben Sie mir doch bitte Ihre Anschrift.“

Schon haben Sie das Telefonat zeitsparend abgekürzt, sich entlastet und damit noch einen Patienten gewonnen, der von Ihrer Kompetenz und Praxisorganisation beeindruckt ist.
Arzthelferin Exklusiv

Weitere Beiträge in dieser Ausgabe

  • So sorgen Sie für Hygiene am Empfang
  • Optimieren Sie Ihre Sprechstundenzeiten in 3 Schritten
  • EBM und GOÄ
    • Utraschallzuschläge
    • Hörtest
    • Gastrskopie
  • Wie Sie IGeL erfolgreich solchen Patienten anbieten, die nicht gerne für Zusatzleistungen zahlen
  • So vermeiden Sie Fehler bei der Medikation
  • Wie gut ist Ihr medizinisches Wissen?
  • Praxis-News
    • Nikotinablagerungen in der Wohnung erzeugen Krebs
    • Sterblichkeit: Händedruck als Prognosemerkmal
    • Äpfel fördern die Verdauung
  • Wie Sie mit Terminzetteln auf sich aufmerksam machen
  • So machen Sie bei Notfällen in der Praxis alles richtig
  • Arzthelferin Exklusiv Beratungshotline: Patientenmitwirkung
  • Praxistipps von Kolleginnen: Getränke im Wartezimmer
  • Checkliste: Sind Sie noch auf Erfolgskurs?
  • Praxis-Englisch: Empfang
Persönlich

Beiträge für Sie persönlich

  • Test: Wie gut managen Sie Ihre Zeit?
  • 3 Tipps für mehr Erfolg 
  • Wie Sie eskalierende Gespräche elegant wieder auf Kurs bringen
  • So wirken Sie auf andere sicher und gelöst
  • So sieht eine gesunde Ernährung in der Praxis aus
  • Schreiben Sie jeden Abend Ihr persönliches Erfolgstagebuch
  • 1-Minuten-Braintraining
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